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Bücher

Erika Daerr MarokkoMarokko vom Rif zum Anti-Atlas
Erika und Astrid Därr

Die kulturellen Sehenswürdigkeiten und vielfältigen Naturschönheiten Marokkos sind sowohl für aktiv Reisende wie auch für Pauschalreisende ein lohnendes Ziel. Europäischer Einfluss und orientalische Traditionen machen Marokko einerseits zu einem idealen Urlaubsland, andererseits bildet diese Schwelle von Orient und Okzident oftmals ein kulturelles Konfliktpotential. Denn gerade die für diesen Kulturzusammenhang typischen

Verhaltensweisen machen es den Marokkoeinsteigern schwer, das Land und die Menschen zu verstehen. Um Fehler in dieser Hinsicht zu vermeiden liefert der aktualisierte Marokko-Reiseführer nicht nur praktische Informationen über Verkehrsmittel und Übernachtungsmöglichkeiten, sondern auch wichtige Kapitel zu Land und Leuten. Themen wie Geographie & Geologie, Geschichte & Zeitgeschehen, Religion, Sitten & Gebräuche, Kunst & Kultur, Sprache & Literatur u.v.m. werden behandelt, um unbeschwertes Reisen und eine bestmögliche Vorbereitung zu ermöglichen.

 Vom Rif zum Anti-Atlas. ca. 250 Fotos, Über 70 Stadtpläne, Regionalkarten und Tabellen, Griffmarken, Register, Glossar, 12 Seiten farbiger Kartenatlas, 912 Seiten.

 

Daerr Agadir MarrakeschAgadir, Marrakesch und Südmarokko
Erika Därr

Agadir, Marrakesch und Südmarokko – die wichtigsten Touristenziele mit diesem kompletten Reisehandbuch entdecken: Ausführliche Beschreibung der Städte Agadir und Marrakesch: Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Sport- und Ausflugsmöglichkeiten, Restaurants, Hotels, Einkaufsadressen, Mietwagen Wissenswertes zu Land und Leuten: Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Natur und Nationalparks Wichtige Hinweise und praktische Reiseinformationen von A–Z: An- und Einreise, Finanzen, Gesundheit, Infos-Stellen, Reisen im Land (Verkehrsmittel, Straßen, Vorschriften usw.), Unterkünfte, Rundreisen und Reiseveranstalter ec. Gut kombinierbare Routenvorschläge auch für Kurzurlauber und Stadtbeschreibungen mit Sehenswürdigkeiten, Adressen und Tipps zu folgenden Gebieten: Küste nördlich von Agadir bis Essaouira Anti-Atlas und Küste südlich von Agadir bis Laâyoune Drâatal von Ouarzazate bis Zagora Hoher Atlas nordöstlich von Marrakesch bis zum Bin-el-Ouidane-Stausee und südlich von Marrakesch bis Taroudannt und Ouarzazate Südöstliches Marokko mit Erfoud, Erg Chebbi, Rissani, Tazzarine und Drâatal 53 Seiten zu Agadir, 50 Seiten zu Marrakesch.

 

KulturSchock Marokko
Muriel Brunswig

Hier ist es, das Paradies, in dem ich einst lebte: Meer und Gebirge. Davon bleibt etwas ein ganzes Leben, noch vor der Wissenschaft, der Zivilisation und dem Bewusstsein. Und vielleicht werde ich dorthin zurückkehren, um in Frieden zu sterben“.

Driss Chraibi, einer der bekanntesten nordafrikanischen Schriftsteller schrieb diesen Satz und spricht dabei von seiner Heimat: Marokko.

Wer nach Marokko kommt, hat Bilder im Kopf, nicht jeder dabei unbedingt „paradiesische“. Zauber, Mystik, Schätze... all das sind Assoziationen, die sich mit Marokko verbinden — aber auch Urlaub, Sonne, Meer. Das Land ist so vielfältig, dass es schwerfällt, sich ihm auf nur einer Ebene nähern zu wollen. So viele Gegensätze prallen aufeinander, Gegensätze, die das Leben in Marokko bestimmen: Das moderne Casablanca lächelt milde über das „rückständige“ Marrakesch, die saftigen Wiesen des Nordens spotten der Wasserarmut im Süden. Orthodoxer Islam vermischt sich mit Heiligenglauben, islamische Baukunst mit Berberburgen.

Marokko besticht durch seine Gegensätze, im Positiven als auch im Negativen. Der Reisende kann in den Genuss der großartigen Gastfreundschaft kommen, oder aber entnervt von „penetranten“ Bazarhändlern und falschen Stadtführern den Urlaub frühzeitig abbrechen. Mit diesen Gegensätzen wird man konfrontiert und es ist oft gar nicht so einfach, richtig damit umzugehen. Dazu gehört nicht zuletzt auch die Einsicht, dass Marokko, trotz aller zur Schau gestellten Moderne, ein Entwicklungsland ist: Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Diese Armut prägt das Leben. Der Konkurrenzkampf ist hart, gerade im Tourismusgeschäft.

Wer sich in ein fernes Land begibt, hat sich meist ein wenig in die (Reise-) Literatur des Landes eingelesen und/oder sich von Freunden und Bekannten Erlebtes und Geschichten erzählen lassen. Und dann kommt man an: Erste Eindrücke legen sich auf vorgefertigte Bilder, oft ganz anders als erwartet. Wer aus der klimatisierten, geregelten Atmosphäre des Flughafens, der Reisebusse oder der Autofähren ins quirlige Marokko stößt, fühlt sich leicht überfordert: von der Hitze, dem Staub, den vielen Schleppern, den Geräuschen und Gerüchen. Und schon ist man mitten drin, im Kulturschock: Das, was auf einen einströmt, stellt alles bisher Geglaubte in Frage. Vieles, was einem lieb und vertraut ist, wird bezweifelt. Erlernte und anerzogene Umgangsformen werden mit einem Handstreich weggefegt. Woher das kommt? Zum Einen liegt es daran, dass man sich nie vollständig von bestimmten Ideen, Vorstellungen und Gefühlen lösen kann. Zum Anderen ist Marokko in seiner ganzen Vielfältigkeit eine wahre Attacke auf europäische Ideale und Vorstellungen. Denn: Marokko ist anders!

Natürlich kann man es unterlassen, dem Land zu begegnen. Manch ein Reiseveranstalter weiß den Kontakt des Urlaubers mit dem „wirklichen“ Land zu verhindern. Viele Gruppen, die von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen, können nur erahnen, was sich wirklich in Marokko verbirgt. Exotik wird zum Schauspiel. Marokko aber ist mehr, viel mehr als diese Kulisse. Der wirkliche Reichtum Marokkos sind seine Menschen, und wer bereit ist, diese kennenzulernen, wird reichlich beschenkt.

Damit man jedoch in der Lage ist, sich wirklich auf die Menschen einzulassen, braucht man Wissen über ihre Lebensweise, über die geschichtlichen, ethnischen, religiösen und kulturellen Hintergründe für ihre Denk- und Verhaltensweisen. Dieses Wissen, das notwendig ist, um den Kulturschock abzumildern, soll in diesem Buch vermittelt werden. Denn „...ich würde sagen, dass Marokko einer Zimmerflucht gleicht, deren Türen sich öffnen, wenn man hindurchgeht. Man kommt nur weiter, wenn man das Land immer wieder besucht, sich immer aufs neue wundert und die Neugier bewahrt, es zu verstehen und sich ihm zu nähern. Jede Tür eröffnet einen anderen Ausblick: auf einen Raum, ein Gesicht, eine Stimme, ein Geheimnis...“. So zumindest sieht es Tahar Ben Jelloun, der bekannteste marokkanische Schriftsteller.

Wer sich also auf die Reise machen möchte, der öffne Augen und Ohren, befreie sich von Klischees und Vorurteilen und versuche, die bisweilen „seltsamen“ Verhaltensweisen der Marokkaner zu verstehen.